43+ Schreibtipps von Stephen King, die deine Texte unsterblich machen

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43+ Schreibtipps von Stephen King, die deine Texte unsterblich machen

Alle 60 Sekunden vergeht in Afrika eine Minute.

Gelegentlich fallen 2 Säcke Reis in China um – nicht nur einer.

Diese beiden Erkenntnisse sind genauso sensationell und hilfreich wie die meisten Schreibtipps, die du auf Blogs von Schreibratgebern findest.

“Schreibseminare oder -unterricht braucht man genauso wenig wie dieses Buch oder jedes andere übers Schreiben.”, schreibt Stephen King in seinem Buch.

Und er hat recht:

Wenn du schon soweit wie Stephen King, J. K. Rolling oder George R. R. Martin bist, brauchst du keine Schreibratgeber mehr – du solltest anfangen selber welche zu schreiben.

Wenn du aber noch nicht so weit bist, solltest du dir anhören, was der King dir noch zu sagen hat:

“Vielleicht erlernen Sie dabei nicht die magischen Geheimnisse des Schreibens (es gibt keine – so ein Mist, was?), aber Sie werden mit Sicherheit eine Menge Spaß haben – und für Spaß bin ich immer zu haben.”

Wenn du auch für ein bisschen Spaß zu haben bist, dann lies diesen Artikel.

Vielleicht wirst du das ein oder andere vom King des Horrors lernen können:

1. Wie entwickelst du deinen eigenen Schreibstil?

Wie findest du deine eigenen Stimme?

Hier ist die Antwort:

“Doch vor dem eigenen Schaffen stand das Imitieren.”

Mit anderen Worten: Schreib ab.

Die meisten großen Schriftsteller, Sänger und so ziemlich jeder anderer Künstler tut genau das: Abschreiben und Imitieren.

Bevor Stephen King zu dem wurde, was er heute ist, schrieb er die Geschichten anderer Autoren ab. Bevor Justin Bieber der Kerl mit mit den meisten Instagram Followern (Top 10 mittlerweile) wurde, coverte er Songs von erfolgreichen Sängern.

2. Du wirst nicht alle glücklich machen

“Mir wurde, glaube ich, erst mit 40 Jahren klar, dass fast jeder Autor von Belletristik und Lyrik, der jemals eine Zeile veröffentlicht hat, schon einmal beschuldigt worden ist, sein gottgegebenes Talent zu verschwenden. Es wird immer jemanden geben, der versucht, einem das Schreiben (und wohl auch das Malen oder Tanzen oder Bildhauern oder Singen) madig zu machen – so einfach ist das.”

Ich wiederhole noch einmal:

Es wird immer jemanden geben, der dich und deine Texte kritisiert.

“Unkonstruktive Kritik hilft Ihnen nicht, wenn Sie sich an die Überarbeitung machen, sie schadet vielleicht sogar.”

Kritik kann dir helfen, ein großartiger Schriftsteller zu werden. Es kann dich aber auch ruinieren.

“Immer wieder hörte ich Miss Hisler fragen, warum ich meine Begabung vergeudete, warum ich meine Zeit verschwendete, warum ich solchen Schund schreiben wollte.”

Bei solcher “Kritik” hilft nur eins:

Links Rein – Rechts Raus.

3. “Schreibe bei geschlossener Tür, überarbeite bei offener Tür.”

John Gould war derjenige, der Stephen King das Schreiben beigebracht hat:

“Wenn du eine Geschichte schreibst, dann erzählst du sie dir selber”, erklärte er. “Wenn du sie überarbeitest, musst du hauptsächlich alles herausstreichen, was NICHT zur Geschichte gehört.”

Was meint er damit?

“Am Anfang gehört die Geschichte einem selbst, aber am Ende geht sie hinaus in die Welt. Sobald man weiß, wie die Geschichte aussehen soll, und man sie (so gut man kann) hinbekommt, gehört sie jedem, der sie lesen will.”

In anderen Worten:

Schließe die Tür.

Verkrieche dich in einen Raum. Schreibe alles auf, was du sagen willst. Lass keinen Gedanken aus. Was dann?

Öffne die Tür.

Überarbeite deinen Text und publizierst erst, wenn du alles gestrichen hast, was nicht hinein gehört, was deinen Text verlangsamt, was deinen Leser langweilt.

Und wenn du mal eine Schreibblockade hast, schließe einfach dir Tür und sein allein mit deinem Text, ohne dass dich der innere Lektor ständig unterbricht und dich nicht zu Wort kommen lässt.

4. Schreiben ist kein Hobby

Schreiben ist Arbeit.

Es ist ein harter Job mit Überstunden.

Wenn du als Autor und Schriftsteller von deiner Arbeit leben willst, musst du nicht nur bereit sein, dann zu schreiben, wenn alle anderen sich nach der Arbeit auf die Couch schmeißen – sondern es auch tun.

“Ich schrieb nach der Arbeit. Als wir in der Grove Street wohnten, in der Nähe der der New Franklin Wäscherei, Schreib ich sogar manchmal während der Mittagspause.”

Wenn du noch kein Stephen King bist, dann weißt du, was zu tun:

Schreibe nach der Arbeit. Vor der Arbeit. In der Mittagspause.

#Tipp: Schneller schreiben – 11 geniale Hacks, die dich zu einer menschlichen Schreibmaschine machen und du 3 Stunden früher Feierabend machen kannst.

5. Bist du ein Egoist?

Für wen schreibst du?

“Ich möchte nicht zu abschätzig von meiner Generation sprechen, aber die studentischen Autoren, die ich damals kannte, waren der Überzeugung, dass gutes Schreiben spontan sei und sich in einem Gefühlsausbruch offenbarte, den man augenblicklich festhalten müsse.”

Der King sieht das anders.

Gutes Schreiben ist harte Arbeit (bei geschlossener Tür). Nur bei geschlossener Tür findest du die richtigen Worte und setzt sie zusammen zu den richtigen Bildern.

Diejenigen aber, die bei offener Tür schreiben, erliegen ihren Gefühlsexplosionen. Hinterher sehen ihre Texte nur noch so aus:

Ich. Ich. Ich.

“Fragte man den Dichter, was das Gedicht BEDEUTEN solle, kassierte man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einen verächtlichen Blick.”

Für wen schreibst du also?

Für dich selbst – oder für deinen Leser?

 

6. “Ohne den treuen Leser sind Sie nur eine quakende Stimme im Nichts.”

 

7. Jeder muss die Wüste durchqueren – da gibt es keine Abkürzung und keinen Umweg

“Wenn ich jemals nah dran war, meine Zukunft als Schriftsteller an den Nagel zu hängen, dann damals. Ich konnte mir vorstellen, wie ich in 30 Jahren aussehen würde: Ich trug immer noch den schäbigen Tweedmantel mit den Flicken an den Ellenbogen, meine Wampe vom vielen Biertrinken würde über die Khakis von Gap Quellen, ich hätte einen Raucherhusten von zu vielen Schachteln Pall Mall, dickere Brillengläser, noch mehr Schuppen… Und in meiner Schreibtischschublade lägen sechs oder sieben nicht abgeschlossene Manuskripte, die ich von Zeit zu Zeit, meistens in besoffenem Zustand, herausnähme, um an ihnen herumzudoktoren. Wenn man mich fragen würde, was ich in meiner Freizeit machte, würde ich den Leuten erzählen, dass ich ein Buch schriebe – was sollte ein Lehrer für kreatives Schreiben, der auch nur einen Funken Selbstachtung hatte, in seiner Freizeit auch sonst tun?”

Manchmal kommen die Zweifel. Manchmal würgen sie dich und schreien auf dich ein, dass du ein Versager bist und dass du nicht das Zeug dazu hast, als Schriftsteller deine Miete zu bezahlen oder für deine Familie zu sorgen.

Ich kenne solche Tage.

Jeder, der schon einmal etwas geschrieben hat, kennt solche Tage. Was tust du in solchen Zeiten?

Gib nicht auf.

Schreib weiter, auch wenn du manchmal das Gefühl hast, “im Sitzen Scheiße zu schaufeln”.

8. Schriftsteller sind manchmal wie Kevin – allein zu Hause

Wenn du alleine bist, wenn du niemanden hast, wenn alle um dich herum in deine Suppe spucken, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du als Schriftsteller scheiterst.

“Schreiben ist ein einsamer Job. Wenn man jemanden hat, der an einen glaubt, macht das eine Menge aus. Derjenige muss keine großen Worte darum machen. Der Glaube allein reicht meistens schon.”

Für jemanden, der es noch nicht erlebt hat, hört sich das hart an, aber es die Wahrheit:

Dein Umfeld, deine Umgebung, die Menschen um dich herum – sie entscheiden darüber, ob du einknickst oder erfolgreich wirst.

“Hätte sie mir damals zu verstehen gegeben, dass es reine Zeitverschiebung sei, […] Geschichten zu schreiben, hätte mich wohl ziemlich der Mut verlassen. Nie äußerte Tabby jedoch auch nur ein Wort des Zweifels. Auf ihre Unterstützung konnte ich mich verlassen. Sie gehörte zu den wenigen guten Dingen, mit denen ich rechnen konnte.”

Was ist also zu tun?

Die Bibel sagt folgendes dazu:

“Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.”

Was du daraus machst, ist dir überlassen.

9. Die Muse und wie sie tickt

“Es gibt eine Muse, aber er kommt bestimmt nicht in Ihr Arbeitszimmer geflattert und streut kreativen Feenstaub auf ihre Schreibmaschine oder ihren Computer.”

Viele Autoren kommen nicht ans Schreiben, weil sie auf die Muse warten, auf die große Idee.

Und in dieser Haltung steckt auch der Denkfehler drin:

Die Muse ist kein Bittsteller.

Sie kommt nicht zu dir. Du musst zu ihr gehen. Aber nicht mit leeren Händen – du musst ihr etwas vorlegen, ihr zeigen, dass du etwas geschrieben hast. Danach kackt sie ihren Feenstaub auf deinen Kopf, der wie Dünger deine Gehirnzellen stimuliert und du plötzlich DIE Idee bekommst.

Das erkannte auch schon Karl Frenzel (1827 – 1914), deutscher Philosoph und Schriftsteller:

“Die Musen sind weiblich. Sie lassen einen warten.”

Nutz die Zeit im Wartezimmer der Muse also mit schreiben.

10. Das Schreiben ist wie ein Werkzeugkasten

Stephen King sieht das Schreiben als ein Werkzeug.

Genau genommen: Verschiedene Werkzeuge, die jeder Schriftsteller in einem Werkzeugkasten bei sich tragen sollte.

Die Werkzeuge muss sich der Schriftsteller selbst aneignen, den Werkzeugkasten sollte jeder Autor selbst machen.

Was meine ich damit?

Das Schreiben kann niemand für dich lernen. Jemand kann dir zeigen, wie das Handwerk funktioniert, wie du verschiedene Werkzeuge benutzt, wie sie funktionieren und was du wie tun sollst.

Aber wirklich lernen kannst du es nur, wenn du es selbst in die Hand nimmst und ausprobierst.

Denn wie Stephen King sagte:

“Er (der Werkzeugkasten) war natürlich selbst gemacht.”

11. Eine kurze Lektion

“Vor mir steht ein Tisch, der mit einem roten Tuch bedeckt ist. Darauf steht ein Käfig von der Größe eines kleinen Aquariums. Im Käfig befindet sich ein weißer Hase mit rosa Nase und rosa geänderten Augen. In den Vorderpfoten hält er ein Stück Möhre, an dem er genüsslich mümmelt. Auf seinem Rücken steht deutlich in blauer Farbe die Nummer 8.”

Manche Autoren übertreiben. Manche machen es genau richtig.

Schreibe die Beschreibungen nicht ZU detailliert. Lass einige Details offen, damit auch dein Leser Spielraum hat, seine EIGENE Fantasie zu nutzen und das Bild zu vervollständigen, das du ihm suggerierst.

Was will ich damit sagen?

Denke an die Farbe rot. Rot ist rot – oder nicht?

Das kommt auf die Person an. Auf ihre Erfahrung. Auf ihre Augen. Einige sehen scharlachrot, wenn sie an rot denken. Andere sehen zinnoberrot.

Ich sehe rot, wenn ich an rot denke, weil ich keine Ahnung habe und mir deshalb nicht vorstellen kann, wie karminrot aussieht.

Verstehst du den Unterschied?

Rücke deinem Leser nicht auf die Pelle.

Wenn er beim Lesen deinen feuchten Atem in seinem Nacken spürt, bist du zu weit gegangen.

 

12. “Und ich hörte nie auf zu schreiben.”

 

13. Ein Bonus Tipp:

“Es ist am besten, sein Werkzeug immer bei sich zu haben. Hat man es nicht dabei, findet man bestimmt etwas womit man nicht gerechnet hat, und ist dann entmutigt.”

Der Tipp ist von Stephen Kings Onkel Oren.

Du solltest die Grundlagen des Schreibens beherrschen und ‘sie immer dabei haben’.

Wenn du vor einem literarischen Problem stehst, nicht weißt, wie du deine Problem lösen sollst, packst du deine Werkzeugkiste aus und bastelst ein wenig an deinem Text.

Vor allem solltest du deinen Werkzeugkasten immer dabei haben, wenn du deinen Text überarbeitest.

14. Das Fundament des Schreibens

“Das gebräuchlichste Instrument von allen, das tägliche Brot des Schriftstellers, ist der Wortschatz. Was den angeht, können Sie ohne das geringste Schuld-oder Minderwertigkeitsgefühl alles einpacken was Sie haben. […] Legen Sie den Wortschatz ins oberste Fach Ihres Werkzeugkastens, und versuchen Sie nicht bewusst, ihn aufzupolieren. Eines der schlimmsten Dinge, die man dem eigenen Wortschatz antun kann, ist, das Vokabular schön herauszuputzen und nach langen Wörtern zu suchen, nur weil man sich ein bisschen für die vielen kurzen schämt.”

Viele Schriftsteller leiden unter einer Pandemie.

Deshalb sehen viele Texte so aus, als hätte der Autor stundenlang den Duden verprügelt, bis er ihm die längsten, schwierigsten und am wenigsten genutzten Wörter ausgespuckt hat.

Und es werden auch weiterhin solche Autoren geben, die Texte schreiben, die sie eine Woche später selbst nicht mehr verstehen, weil der Wortschatz abgehoben klingt.

Mach es anders.

Mach es besser.

Schreib die kurzen Wörter.

15. Die Grundlage des Schreibens

“Schlechte Beherrschung führt zu schlechten Sätzen.”

Mit anderen Worten:

Wenn du dich nicht blamieren willst, lerne die deutsche Grammatik.

‘Nicht schwer das ist’, würde ein jetzt grüner Waschbär aus dem Star Wars Universum sagen.

Aber merke die die Worte von William Strunk:

“Es ist eine bekannte Tatsache, dass die besten Schriftsteller manchmal die Regeln der Rhetorik missachten. Solange man sich nicht sicher ist, ob man es gut macht, ist man wahrscheinlich am besten beraten, die Regeln zu befolgen.”

Woher weißt du, ob du es gut machst? Ich sag es mal so:

Es gibt 2 Arten von Schriftstellern – die einen sind Künstler, die anderen sind Handwerker. Der Künstler entscheidet, mit welchem Pinsel er welche Farbe auf die Leinwand malt. Der Handwerker nimmt einen Hammer und knallt das Brett an die Wand.

Bist du ein Handwerker, befolgt du besser die Regeln, wenn du deine Hände nicht mit einem Nagel an die Wand brettern möchtest.

Als Künstler bist du der Herr deiner Schöpfung – du bestimmst die Regeln und die Farben und die Pinsel und und und.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du ein Künstler bist, weißt du, dass du ein Handwerker bist.

16. Kenne dein Feinde

“Das Adverb ist nicht dein Freund.”

Weiter schreibt King:

“Durch Adverbien teilt uns der Verfasser oft mit, dass er Angst hat, sich nicht eindeutig auszudrücken, dass er sein Anliegen oder Bild nicht vermitteln kann.”

Du verstehen?

“Adverbien sind wie Löwenzahn – hat man einen auf der Wiese, sieht er hübsch und einzigartig aus. Doch rupft man ihn nicht aus, hatan am nächsten Tag fünf… den Tag darauf fünfzig… und schließlich, liebe Brüder und Schwestern, ist die ganze Wiese VOLLKOMMEN, ABSOLUT und VERSCHWENDERISCH mit Löwenzahn übersät.”

Eigentlich wurde schon alles über Adverbien gesagt, aber Stephen King kann einfach nicht anders:

“Ich bin überzeugt, dass die Straße zur Hölle mit Adverbien gepflastert ist, und das schreie ich gern von allen Dächern.”

17. Hast du heute schon geschrieben?

Stephen Kings Mutter sagte:

“Und wenn du tot bist, kannst du nicht mehr schreiben.”

Mit anderen Worten:

Solange du atmest, kannst du schreiben.

Ab sofort gibt es keine Ausreden mehr. Wenn du atmen kannst, kannst du auch schreiben.

Ein ‘ich habe keine Zeit’, ‘ich bin zu müde’, ‘mir fällt heute nicht ein’, gibt es nicht mehr.

Jeder ‘gute’ Grund ist nur eine aufgeblähte Ausrede.

Hier ist der Beweis:

John Morrow sitzt in einem Rollstuhl und kann nur sein Gesicht bewegen. Dennoch hat er es geschafft, eines der größten Blogs über das Schreiben aufzubauen und verdient damit seine Millionen.

 

18. “Das Passiv sollen Sie meiden.”

 

19. Eine weitere Lektion:

“Adverbien zu schreiben ist menschlich, doch ‘er sagte/sie sagte’ zu schreiben ist göttlich.”

Stephen King bezieht sich hier auf den Schaffensprozess, auf den ersten Entwurf und vor allem auf die wörtliche Rede.

Hier ist, was ich meine:

“Leg das weg!”, schrie sie. Anstelle von: “Leg das weg!”, schrie sie drohend.
“Sei nicht so dumm, Jekyll”, sagte Utterson. Anstelle von: “Sei nicht so dumm, Jekyll”, sagte Utterson verächtlich.

“Manche Autoren versuchen, das Adverbverbot zu umgehen, indem sie das einleitende Verb mit Steroide vollpumpen.”

Hier ist, was Steve meint:

“Legen Sie die Waffe weg, Utterson!”, knirschte Jekyll.
“Du verfluchtes Flittchen!”, brach es aus Bill hervor.

Stephen King sagt dazu nur Folgendes:

“Tun Sie so etwas nicht. Bitte nicht.”

Merke dir folgendes: Alle Schriftsteller und Autoren sind Sünder. Alle beten sie das Adverb an, preisen Adjektive und geben sich dem Passiv hin. All das passiert im Schaffensprozess, im ersten Entwurf.

Die wahre Größe eines Autors erkennst du daran, ob er den Willen aufbringen kann, seine Sünden zu bekennen, sie abzulegen und zu einem besseren Werk umkehren kann:

Ohne Adverbien, ohne Adjektive, ohne Passiv.

20. Absätze und ihr Aussehen

“Das Aussehen von Absätzen ist fast genau so wichtig wie ihr Inhalt; sie sind Landkarten mit Absichtserklärungen.”

Leichte Bücher und Texte bestehen aus kurzen Absätzen und viel weißen Raum.

Und dennoch:

Die meisten Artikel sehen heute immer noch aus wie vollgestopfte Wikipediabeiträge und Ausschnitte aus Enzyklopädien.

Ich sage dir jetzt die Wahrheit:

Niemand nimmt sich nach Feierabend, oder während seiner Arbeit (bei der die meisten Artikel und Mails gelesen werden) freiwillig die Zeit, sich durch Wikipedias gigantische Absätze zu boxen.

Merke dir:

Je mehr Absätze du benutzt, desto schneller ist dein Text.

21. Worum es beim Schreiben wirklich geht

“Sprache muss nicht immer mit Krawatte und Schnürchen daherkommen. Beim Schreiben geht es nicht um den korrekten Gebrauch der Grammatik, sondern darum, es dem Leser gemütlich zu machen und ihm eine Geschichte zu erzählen … um ihn, wann immer möglich, vergessen zu lassen, dass er überhaupt eine Geschichte liest.”

Wenn du eine E-Mail schreibst, einen Artikel publizierst und dein Leser ihn liest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er es während der Arbeit oder nach der Arbeit liest.

In beiden Fällen ist dein Leser entweder müde oder gestresst.

Deshalb ist es deine Aufgabe und Pflicht deiner Leserschaft gegenüber, es ihnen angenehm zu machen und sie dazu bringen, ihren Alltag für den Moment zu vergessen.

Unterhalte deinen Leser.

Belehre ihn nicht mit deinem Wissen und deinem Geschnörkel.

Nutze die Macht der einfachen und kurzen Wörter.

22. Eine Regel für gute Geschichten

“Eine der Hauptregeln guter Prosa lautet: Nichts erzählen, was man stattdessen auch vorführen kann: […]”

Das Beispiel dazu findest du in Stephen Kings Biografie Das Leben und das Schreiben* im dritten Absatz auf Seite 221.

Es ist ein Dialog zwischen zwei Jungs.

Im Dialog zeigt Stephen King, wie man vorführen kann, das jemand dumm ist, nie gut in der Schule war oder vielleicht auch gar nicht zur Schule gegangen ist.

Ein eindrucksvolles Beispiel, aus dem du viel über den Mythos “show; don’t tell” lernen kannst.

23. Alles, was du über das Schreiben wissen solltest

Stephen King stellt 2 Thesen auf, die den Kern seines Buches präsentieren:

“Erstens: Um gut zu schreiben, muss man die Grundlagen beherrschen (Wortschatz, Grammatik, Stilistik) […]. Zweitens: Zwar kann man aus einem schlechten Schriftsteller keinen passablen und aus einem guten Schriftsteller kein Genie machen, doch ist es mit sehr viel harter Arbeit, Hingabe und Unterstützung im richtigen Moment durchaus möglich, von einem passablen zu einem guten Autor zu werden.”

Das klingt paradox, aber ich sage es dir trotzdem:

Hör nicht auf alles, was ich von Stephen King zitiere.

Auch wenn er der Meinung ist, dass man aus einem schlechten Autor keinen passablen machen, kannst du dennoch zu einem guten Texter werden, der gute Blogartikel schreibt – hör einfach auf das, was ich von Stephen King zitiere und setze es um.

Schritt für Schritt – niemals alles auf einmal.

 

24. “Warten Sie nicht auf die Muse!”

 

25. Machst du dich zum Narren?

“Wir lesen, um verschiedene Stile kennen zu lernen. […] Vielleicht merken Sie, dass Sie einen Stil imitieren, den Sie besonders ansprechend finden. Daran gibt es nichts auszusetzen. […] Diese Vermischung von Stilen ist eine notwendige Phase auf dem Weg zur Entwicklung des eigenen Stils, findet aber nicht in einem Vakuum statt. Sie müssen auf breiter Ebene lesen und die eigene Arbeit dabei unablässig verbessern (und neu definieren).”

Vergiss niemals, woher ein Schriftsteller seine Ideen bekommt:

“Lesen ist das Kreativzentrum im Leben eines Schreibers.”

Das hier ist auch wichtig:

“Je mehr Sie lesen, desto weniger werden Sie sich mit Ihrem Stift oder Computer zum Narren machen.”

26. Welche Erwartungen du haben solltest und welche nicht

Walter von Schreibsuchti ist mein Lehrer und Freund und gelegentlich schreibe ich meine Texte auf seinem Mac und leihe mir die ein oder andere Idee aus seinem SWIPE File.

Und wenn wir zusammen im Büro sitzen, erzählt er mir manchmal, wie sehr sich einige seiner Leser über die Ausdrücke in seinen E-Mails aufregen. Wie wir darauf reagieren, werde ich hier nicht verraten.

Aber ich sage dir, was Stephen King davon hält:

“Die letze Sorge sollte die sogenannte bessere Gesellschaft und deren Erwartungen sein. Wenn Sie so authentisch wie möglich schreiben wollen, sind Ihre Tage als Mitglied der besseren Gesellschaft eh gezählt.”

Mit anderen Worten:

Drauf gepfiffen!

27. Fällt dir das Schreiben schwer?

Fühlst du dich manchmal gezwungen, auf die Tasten zu hauen und dabei zu hoffen, etwas gescheites auf den Bildschirm zu zaubern?

Ist das Schreiben ein Zwang oder geht es dir leicht von der Hand über auf das virtuelle Blatt?

Die Wahrheit ist… nun ja. Nur zu sagen, dass die Wahrheit hart ist, wäre eine Untertreibung – erinnere dich daran, wie Neo sich die ersten Monate gefühlt hat, als er mit der Wahrheit konfrontiert wurde.

Wenn du schwache Nerven hast, und die blaue Pille nicht schlucken willst, nimm die rote Pille, kehre zurück in die Traumwelt und mach weiter mit Punkt 28.

Wenn du Eier aus Stahl hast oder deine Nerven härter als Captain Amerikas Schild sind, dann will ich dir die Wahrheit nicht vorenthalten:

“Wenn es keinen Spaß macht, bringt es nichts. Dann versucht man es besser auf einem auf einem Gebiet, auf dem man talentierter ist und das einen höheren Spaßfaktor bietet. Findet man etwas, was man besonders gut kann, so macht man es (was auch immer es ist), bis die Finger bluten oder einem die Augen aus dem Kopf fallen. Auch wenn niemand zuhört (oder liest oder zusieht), ist jeder Versuch ein Bravourstück, da man sich selbst als Schöpfer glücklich macht, vielleicht bis zur Ekstase.”

28. Schreibe niemals zu Hause

Niemals.

Zuhause kann ich nicht schreiben. Das liegt nicht an meiner Familie. Es liegt daran, dass ich kein eigenes Arbeitszimmer habe.

Und das ist der Punkt:

“Für das regelmäßige Arbeiten ist eine ruhige Atmosphäre am wichtigsten. Ich glaube, dass es selbst für den von Natur aus produktivsten Schriftsteller schwierig ist, in einer Umgebung zu arbeiten, in der Ablenkung und Aufregung an der Tagesordnung sind und nicht umgekehrt.”

Mit anderen Worten:

Such dir einen Raum, einen Ort, an dem deine Gedanken nicht durch Ablenkung verloren gehen. Du brauchst nur einen Raum, der eine Tür hat, die du hinter dir schließen kannst, um von der Welt abgeschnitten zu werden, damit du in deine eigene Welt eintauchen kann.

Stephen King sagt es so:

“Mit einer geschlossenen Tür sagen Sie dem Rest der Welt und sich selbst, dass Sie jetzt bei der Arbeit sind; Sie haben sich verbindlich fürs Schreiben entschieden und beabsichtigen, Ihren Worten Taten folgen lassen.”

Bist du jemand, der seinen Worten Taten folgen lässt?

29. Das Geheimnis, um jeden Tag erfolgreich zu schreiben

“Wenn Sie Ihr neues Arbeitszimmer betreten und die Tür hinter sich schließen, sollten Sie sich ein tägliches Ziel gesetzt haben.”

Stephen King empfiehlt 1000 Wörter pro Tag. Er selbst schreibt 2000 Wörter. Für den Einstieg oder nach einer langen Pause solltest dir ein Ziel von 300 bis 500 Wörtern setzen und dich anschließend steigern.

Öffne die Tür erst, wenn du dein tägliches Ziel erreicht hast – nicht vorher, sonst wird es zur Gewohnheit und du niemals zu einem Schriftsteller.

Schreibe ein Wort nach dem anderen. Egal wie lange es dauert.

Öffne die Tür erst, wenn du das letzte Wort geschrieben hast.

 

30. “Schreiben können Sie nur lernen, wenn Sie es tun.”

 

31. Hier ist die Wahrheit:

“Wenn Sie ein guter Schriftsteller werden wollen, müssen Sie vor allem zweierlei tun: Viel lesen und viel schreiben. Da gibt’s keine Abkürzung.”

Viel schreiben ist logisch.

Aber warum viel lesen?

“Von jedem Buch, das man in die Hand nimmt, kann man etwas lernen, und oft sind es die schlechten Bücher, die mehr lehren als die guten.”

Warum von den schlechten Büchern? Auch hier möchte ich dir die Antwort nicht vorenthalten:

“Was könnte ermutigender sein für einen von Selbstzweifel geplagten Autoren, als festzustellen, dass seine Arbeit fraglos besser ist als das Werk eines anderen, der sogar Geld dafür bekommen hat?”

Kennst du die Antwort?

Gute Bücher zu lesen ist natürlich auch erlaubt, denn sie “sind für den angehenden Literaten Lektionen in Stilistik, elegantem Erzählen, in der Entwicklung der Handlung, Anlage lebensechter Figuren und in Glaubwürdigkeit. […] Man kann nicht hoffen, jemanden durch die Kraft seiner Worte mitzureißen, wenn man dies nicht schon einmal selbst erlebt hat.”

32. Über was solltest du schreiben?

Viele sind der Meinung, dass schon alles gesagt, geschrieben und gezeigt wurde.

Auf der einen Seite stimmt das; auf der anderen Seite bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand ein Bild meiner Unterwäsche im Internet findet wird. Deshalb gibt es ein Geheimrezept, wie du etwas neues und einzigartiges erschaffst, auch wenn du zum 43sten Mal über Zwerge, Orks und Elfen schreibst:

“Schreiben Sie, was Sie wollen, hauchen Sie dem Text Leben ein, und verleihen Sie ihm seine einzigartige Note, indem Sie Ihre persönliche Erfahrung mit dem Leben, mit Freundschaft, Beziehungen, Sex und Arbeit einfließen lassen.”

33. 3 Dinge, die du beherrschen musst

Wie schreibst du Geschichten, Stories und Anekdoten?

3 Dinge musst du meistern. Welche das sind? Stephen King sagt es dir:

“Meines Erachtens setzen sich Geschichten und Romane aus drei Elementen zusammen: Die Erzählung spinnt den Faden von A zu B und schließlich zu Z, die Beschreibung erschafft für den Leser eine sinnlich wahrzunehmende Realität, und der Dialog haucht den Figuren mittels ihrer Sprache Leben ein.”

Erzählung. Beschreibung. Dialog.

34. Der SWIPE File

Das Erste, was sich ein Blogger, Schriftsteller und jede andere Person, die im Content Universum unterwegs ist und versucht, gegen die Goliaths zu bestehen, ist ihr SWIPE File.

Eine geheime Truhe, die an einem Ort versteckt ist, den nur ihr Besitzer kennt und die mit einem Schloss verriegelt ist, dessen Schlüssel nur der Besitzer hat.

An diesem Ort hortet er seine Geschichten. Jetzt die wichtige Frage:

Wo findest du solche Geschichten, die du immer wieder in deinen Content einbringen kannst?

Hier ist die Antwort:

“Geschichten sind Fundstücke, wie Fossilien im Boden. […] Geschichten sind Überbleibsel, Teile einer noch unentdeckten, seit jeher bestehenden Welt. Die Aufgabe des Schriftstellers ist es, jede Geschichte mit den Instrumenten seines Werkzeugkastens so unbeschädigt wie möglich aus dem Boden zu heben.”

Der “Boden” sind Bücher, aus denen du deine Geschichte extrahierst.

35. Ein offensichtlicher Tipp:

“Für jeden Autor, besonders für den Anfänger ist es ratsam, jede mögliche Ablenkung auszuschalten. Wenn Sie länger schreiben, werden Sie diese Ablenkung möglicherweise gar nicht mehr wahrnehmen, aber zu Beginn tun Sie besser daran, vor Arbeitsbeginn alles Störende zu beseitigen.”

Wenn Stephen King diese Worte vor 20 Jahren aufschrieb, kannst du dir denken, welche Gültigkeit sie heute haben, wenn die meisten nicht mehr arbeiten können, nachdem eine Fliege in den Raum geflogen ist.

 

36. “[Über das Schreiben] lernt man am meisten, wenn man viel liest und viel schreibt, und die wertvollsten Lektionen sind die, die man sich selbst erteilt.”

 

37. Die Schriftsteller Krankheit

Schriftsteller teilen sich oft die selbe Krankheit.

Das gilt ebenso für Autoren als auch auch für Blogger. Welche Krankheit ist das?

Und viel wichtiger ist die Frage, ob du an dieser Krankheit leidest?

Hier ist die Diagnose:

“Wenn ein Leser ein Buch zur Seite legt, weil es ‘langweilig wurde’, liegt die Ursache oft darin, dass der Autor sich an seinen Beschreibungskünsten begeisterte und darüber sein oberstes Ziel au den eigenen Augen verlor, den Ball im Spiel zu halten.”

Ich liebe Herr der Ringe. Aber nach 50 Seiten Naturbeschreibung waren mir die Struktur vom Gras und die unendlich langen Dialoge der Ents einen Tick zu viel.

Ich habe schon viele Bücher gelesen, doch seit 3 Jahren quäle ich mich durch den zweiten Teil von Herr der Ringe.

Aber vielleicht geht es auch nur mir so?

38. Kannst du dir das vorstellen?

Kannst du dir vorstellen, sogleich auf die Straße zu gehen, ein Kaugummi vom Boden abkratzen und hinterher darauf zu kauen?

Widerlich.

Aber genau das machen viele Schriftsteller:

Er rannte wie ein Besessener. Er ist ein heißer Feger. Sie ist schön wie ein Sommertag.

Es ist keine Sünde, so etwas zu schreiben; es ist aber eine Sünde, es beim Lektorieren nicht zu überarbeiten und genau so zu publizieren.

Ich sage dir: Tu Buße.

Stephen King sagt dir:

“Verschwenden Sie nicht meine Zeit (und die anderer) mit solchen abgedroschenen Kamellen. Dadurch wirken Sie entweder faul oder ignorant. Und keine dieser Beschreibungen wird Ihrem Ruf als Schriftsteller von großem Nutzen sein.”

Also: Bekehr dich – oder hör für immer auf zu schreiben.

39. Ein Fehler, den viele Schriftsteller machen und vermutlich niemals damit aufhören werden

Machst du diesen Fehler?

In dieser Sache bin ich schuldig.

Wie jeder andere Schreiber, der sich mit einem Stift an ein weißes Papier setze, machte ich auch diesen Fehler. Was meine ich?

Nun, lies selbst:

“Wie auch auf den anderen Gebieten der erzählenden Kunst werden Sie sich durch Übungen verbessern, doch selbst durch Übung werden Sie niemals perfekt werden. Warum auch? Wo bliebe da der Spaß? Je mehr Sie sich anstrengen, deutlich und einfach zu schreiben, desto mehr lernen Sie über die Komplexität der Sprache.”

In anderen Worten:

Die echte Kunst beim Schreiben ist die, in einfacher Sprache zu schreiben. Unterschätze das nicht. Jeder kann den Duden auspacken und mit gestohlener Eloquenz angeben.

Aber nicht jeder kann komplexe Zusammenhänge so erklären, dass es selbst ein kleines, achtjähriges Mädchen versteht.

40. Ergänzung zu Punkt 11

Zu wenig ist schlecht. Zu viel ist auch nicht gut. Was bleibt übrig?

“Schwache Schilderungen hinterlassen beim Leser ein konfuses Gefühl und unscharfes Bild. Zu viel Beschreibung hingegen erschlägt ihn oder sie mit Details und Bildern.”

Wann hast du genug Details verraten? Wann ist die Beschreibung ausreichend, um ein authentisches Bild im Leser hervorzurufen, mit dem er sich identifizieren kann?

Und wann hast du die Grenze überschritten und deinen Leser ein Bild aufgezwungen, mit denen sich nichts anfangen können oder die Details zu viel wurden?

Hier ist eine Antwort:

“Beschreibungen beginnt in der Fantasie des Autors, sollte jedoch in der des Lesers enden.”, wie Alfred Hitchcock einmal sagte.

 

42. “Gute Dialoge machen die Lektüre zur Freude; schlechte Dialoge sind ihr Tod.”

 

43. Wie schreibst du gute Dialoge?

Zuerst die Einführung:

“Wenn ein Dialog stimmt, spüren wir es. Aber wir hören auch, wenn er schlecht ist, dann schmerzt er im Ohr wie ein schlecht gestimmtes Musikinstrument.”

Jetzt kommt der Hauptteil:

“Dialoge schreiben ist eine Kunst, die man am besten lernt, wenn man gern mit anderen spricht und ihnen zuhört. Das Zuhören ist besonders wichtig; man greift dabei Akzent, Sprechrhythmus, Dialekt und Slang verschiedener Gruppen auf.”

Möchtest du auch den Schlussteil hören?

“Wie in allen Bereichen der Prosa ist Glaubwürdigkeit der Schlüssel zu Dialogen.”

Und weil wir gerade in Fahrt sind, gibt es den Epilog oben drauf:

“Es geht darum, jede einzelne Person ungezwungen sprechen zu lassen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob die Anstandslegionäre oder der Lesekreis christlicher Frauen darüber die Nase rümpft.”

Als Bonus gibt es noch eine Weisheit von Alfred Hitchcock:

“Der Fokus einer Szene sollte niemals auf dem gesprochenen Dialog liegen, sondern immer auf dem, was nicht gesagt wurde.”

44. “Widerstehen Sie dieser Versuchung!”

Worauf bezieht sich Stephen King in dieser Aussage?

Während ich diesen Artikel schreibe, habe ich spätestens nach der Hälfte mit dieser verräterischen Versuchung zu kämpfen. Hin und wieder gab ich nach.

Unterliegst du dieser Versuchung, läufst du auf den Abgrund zu, deine gesamte Arbeit zu vernichten, in Selbstzweifel zu verfallen oder anderen Dramen zu erliegen.

Viele Manuskripte, Rohfassungen von Artikel sind im digitalen Papierkorb gelandet oder sind der LÖSCH-Taste zum Opfer gefallen.

King fährt fort:

“Wie lange Sie Ihr Buch ruhen lassen, ist ganz allein Ihre Sache[…]. In dieser Zeit sollte Ihr Manuskript sicher in der Schublade weggeschlossen sein, wo es altert und (hoffentlich) reift […]. Wenn dann der richtige Abend kommt, holen Sie das Manuskript aus der Schublade. Wenn es wie ein fremdartiges Relikt aussieht, das Sie in einem Kramladen oder auf dem Flohmarkt erstanden haben, an den Sie sich kaum noch erinnern können, ist es soweit.”

Warum solltest du dich von deinem Werk distanzieren und es reifen lassen? Hier ist die Antwort:

“Es ist immer leichter, die Lieblinge eines anderen zu töten als die eigenen.”

45. Der schnellste Weg, deine Leser zu verlieren

James Patterson sagte:

“Ich versuche einfach das Langweilige wegzulassen.”

Tust du das nicht, sind die Folgen offensichtlich. Wenn du also deine Artikel oder Emails mit einer Story beginnst, solltest du vor allem eins wissen:

“Das Wichtigste, was Sie sich über die Vorgeschichte merken sollten, ist: a) jeder hat eine Vergangenheit, und b) größtenteils ist sie uninteressant. Halten Sie sich an die interessanten Abschnitte, und lassen Sie sich vom Rest nicht hinreißen.”

In anderen Worten:

Steig mitten drin ein. Lass die Finger von unendlicher Beschreibung und Vorgeschichte.

Für einen Blogartikel oder E-Mail, die um die Aufmerksamkeit deines Leser mit unendlich vielen Ablenkungsmöglichkeiten ringt, ist das der Tod.

 

46. “Muss Ihnen wirklich erst jemand einen Aufkleber mit der Aufschrift SCHRIFTSTELLER anpappen, damit Sie selbst glauben, einer zu sein? Bei Gott, hoffentlich nicht.”

 

47. Was dir jeder über den Absatz verheimlicht:

Merke dir diese Worte über den Absatz. Schreib sie dir auf:

“Der Absatz ist ein herrliches, flexibles Instrument, dass aus nur einem Wort bestehen oder sich über mehre Seiten erstrecken kann. Sie müssen lernen, dieses Mittel gut einzusetzen, wenn Sie gut schreiben wollen. Das bedeutet: üben, üben, üben – Sie müssen den Rhythmus spüren.”

Überarbeite deinen Text solange, bist du die Melodie hörst, bist du den Rhythmus spürst.

Glückwunsch, wenn du es bis hier her geschafft hast

Ich habe nicht alle Schreibtipps von Stephen King hier aufgenommen. Wozu auch?

Das wäre langweilig. Einige habe ich bewusst ausgelassen, andere habe ich vermutlich übersehen oder diese nicht als Schreibtipps erkannt.

Ich habe diesen Artikel nicht für mich, sondern für alle anderen und für meine Leser geschrieben.

Was heißt das?

Wenn du das Buch schon gelesen hast (wenn nicht, solltest du jetzt damit anfangen), schreibe deine persönlichen Schreibtipps in die Kommentare, die hier noch fehlen.

#Lesetipp: 97 Lebensweisheiten, die dich zu einem großartigen Blogger machen.

Dein Alex

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Walter

    Das ist kein Artikel.

    Das ist ein Workshop.

    Jeder, der sich auch nur die Hälfte zu Herzen nimmt, wird ein deutlich besserer Schreiber werden.

    Auf die Barrikaden.

    Es lebe die Revolution.

    Walter 😉

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