Schreibblockade? 15 Gebote, um sie zur Hölle zu jagen (für immer)

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Schreibblockade? 15 Gebote, um sie zur Hölle zu jagen (für immer)

Er schrieb 12 Bücher.

Jährlich.

40 Jahre lang.

Insgesamt sind das über 600 Romane.

John Creasey war eine echte Schreibmaschine.

Neben ihm wirken die großartigen Schöpfer wie J. K. Rolling oder George R. R. Martin wie Amateure mit einer heftigen Schreibblockade.

Bei uns ist das ähnlich:

Im Angesicht eines leeren, weißen Bildschirms, der uns Stunde für Stunde anstarrt, wirken wir Schriftsteller, Blogger und Autoren manchmal wie Ameisen.

Wenn wir uns dann doch überwinden und einen Satz schreiben, fühlt es sich an, als würde uns der Bildschirm auslachen und verurteilen, warum wir solchen Stuss geschrieben haben.

Danach rutschen wir in einen Kreislauf ohne Ausgang:

Tippen. Löschen. Tippen. Löschen. Löschen. Löschen. Jammern. Weinen. Heulen.

Das Ergebnis?

Bevor wir ohnmächtig werden, erahnen wir die Umrisse einer gewaltigen Schreibblockade, die uns in ihrem Würgegriff hat.

Kennst du das?

Wenn du dich aus dem Würgegriff befreien willst und der Schreibblockade einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpassen willst, bist du hier richtig.

Wie du das machst, zeigen dir meine 15 Gebote:

#1 Du sollst mehr lesen

Stephen King sagte: “Lesen ist das Kreativzentrum im Leben eines Schreibers.”

Eine der vielen Ursachen für die Schreibblockade ist der Mangel an Ideen.

Deshalb sehen wir auf dem Fast-Schriftsteller-Friedhof viele Denkmäler mit der Aufschrift: “Ich wusste nicht, worüber ich schreiben soll.”

Sorry, aber das ist weder eine Entschuldigung noch eine Rechtfertigung für die Schreibblockade.

Laut Google gibt es 129.864.880 Bücher auf der Welt.

# Lesetipp: 7 Hacks, um garantiert jedes Jahr 12+ Bücher zu lesen

Nimm dir ein Buch in die Hand und fang an zu lesen, wenn du noch keine Ideen hast.

Danach befolgst du das zweite Gebot:

#2 Du sollst offline gehen

Zieh den Stecker.

Kapsel dich los vom digitalen Universum und gib deinem Gehirn die Chance, sich zu langweilen.

Warum?

Wenn du Gebot 1 befolgst und viel liest, bunkerst du Ideen in deinem Unterbewusstsein.

Weil dein Gehirn aber ständig mit irgendetwas beschäftigt ist, kommen diese Ideen niemals zum Vorschein.

Um das zu ändern, kannst du heute noch diese 2 Dinge (ohne jede Anstrengung) tun:

  1. Leg das Handy weg und mach gar nichts. Gar – Nichts.
  2. Leg dich abends ins Bett und lass dein Handy auf der Kommode liegen oder radikal – schalt es aus (keine Angst, der Wecker klingelt trotzdem).

Wenn du diese 2 Dinge tust, langweilt sich dein Gehirn und dann wirkt die Magie:

Dein Verstand arbeitet mit dem Unterbewusstsein und kramt die Ideen hervor. Diese Studie belegt es (The Hidden Secrets of the Creative Mind).

Und was tust du, wenn die Ideen sprudeln?

Da hilft nur das dritte Gebot:

#3 Du sollst deine Ideen horten

Was gibt es schlimmeres, als keine Ideen zu haben?

Eine Idee zu haben und sie danach zu verlieren.

Du kannst niemals früh genug mit diesem Gebot anfangen:

Schreibe alle deine Ideen auf, egal wie gut oder miserabel sie anfangs erscheinen.

Vertrau mir – es gibt wenig Dinge, die für einen Schriftsteller schlimmer sind, als Ideen, an die du dich nicht erinnern kannst oder so vage siehst, dass du nichts brauchbares daraus ziehen kannst, weil du es dir nicht aufgeschrieben hast.

Wenn die Schreibblockade dich dann zu einem Duell herausfordert und du unbewaffnet und mit leeren Händen vor ihr stehst, wird sie dich so tief in den Boden rammen, dass du nur schwer wieder hoch kommst.

Hab also immer was zum schreiben griffbereit.

Und wenn du schon dabei bist, kannst du gleich mit dem vierten Gebot weiter machen, wenn du ein reicher Schriftsteller sein willst:

#4 Du sollst stehlen, klauen und plündern

Jeder Schriftsteller hat ein schmutziges Geheimnis.

Ich rede nicht von den unbezahlten Rechnungen und Schulden vor dem großen Durchbruch.

Ich rede vom SWIPE File.

Jedes mal, wenn du ein Buch oder einen Artikel liest (erinnere dich an Gebot 1: Du sollst mehr lesen!), solltest du alle interessanten Fakten und Geschichten und Anekdoten und Zitate und Ideen die du darin findest, aufschreiben.

Glaub mir:

Wenn du damit erst einmal anfängst, wirst du nie wieder sprachlos vor dem ersten Satz deines Artikels oder deiner E-Mail stehen, sondern immer mit einem gewaltigen Knall starten können.

Fang am besten vorgestern damit an.

So wirst du immer genug Ideen und Inspirationen für deine Texte haben.

“Okay, und was soll ich tun, wenn die Schreibblockade so dickflüssig geworden ist, dass mir selbst der SWIPE File nicht hilft, nur ein einziges Wort herauszupressen?”

Dann, mein lieber Freund, kann dir nur das fünfte Gebot helfen:

#5 Du sollst deine eigene Geschichte schreiben

“Was?! Wie soll ich eine Geschichte schreiben, wenn ich nicht schreiben kann?”

Immer mit der Ruhe, mein Freund. Du sollst keinen Roman schreiben. Dieser Trick hilft, die Schreibblockade zu überlisten und sie von hinten in den Ar$$$ch zu treten.

“Hmm. Du hast meine Aufmerksamkeit. Was soll ich tun?”

Schreibe eine Geschichte aus deinem persönlichen Leben. Beschreibe eine Erfahrung, die du gemacht hast oder beschreibe eine Situation, die du beobachtet hast. Das kann alles sein – Einkaufen, morgens aus dem Bett aufstehen, Zur Arbeit fahren, eben alles.

“Wozu soll das gut sein?”

Erstens kommst du dadurch in den Schreibfluss, schleicht dich damit von hinten an die Schreibblockade ran und-

“Ja, ja, ich weiß wie es weiter geht. Und zweitens?”

Und zweitens hast du eine Geschichte für deinen SWIPE File. Und wie Alfred Hitchcock sagt, sind persönliche Geschichten das beste, was du für deine Leser tun kannst, um sie zu echten Fans zu machen.

“Interessant. Hört sich gut an. Aber die eigenen Geschichten sind meistens öde, wenn man kein Tim Ferriss ist oder nicht um die Welt reißt. Hast du ein paar Tipps, wie man ‘ne gute Geschichte schreibt?”

Klar doch. Schließ dich der Content Revolution an und ich verrate dir die Geheimnisse des Storytellings.

Und was machst du, wenn dir nicht mal eine eigene Geschichte einfällt?

Dann gehst du natürlich zum sechsten Gebot über:

#6 Du sollst spazieren gehen

Ernsthaft:

Geh spazieren.

Es gibt wissenschaftliche Studien (The positive effect of walking on creative thinking), die belegen, dass Gehen kreativ macht und deine Gehirnaktivität ankurbelt.

Lass dein Handy in der Tasche oder zu Hause und geh einfach spazieren.

Muss nicht lang sein.

Aber muss sein.

Das ist nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, dich vom Netz abzukoppeln, sondern gibt deinem Gehirn die Chance verschiedene Ideen zu etwas völlig neuem zu kombinieren.

Es funktioniert.

Und wenn es mal langweilig wird, kannst du Gebot sieben befolgen und endlich anfangen zu schreiben:

#7 Du sollst schreiben

Die Sache ist einfach:

Wenn du eine Leseblockade hast – musst du anfangen zu lesen.

Wenn du eine Gebetsblockade hast – musst du anfangen zu beten.

Wenn du eine Schreibblockade hast – musst du anfangen was zu tun?

Schreiben.

Jeden Tag.

Wie Stephen Kings Mutter sagte: “Und wenn du tot bist, kannst du nicht mehr schreiben.”

Das einzige, was dich tatsächlich vom Schreiben abhalten kann ist keine Schreibblockade – es ist der Tod.

Solange du atmest, kannst du schreiben.

Selbst wenn du nichts bewegen kannst außer dein Gesicht, kannst du Artikel schreiben, die über 5 Millionen Menschen erreichen, wie John Morrow (CEO von Smartblogger.com) uns gezeigt hat.

Schreibe jeden Tag.

Anfangs fühlt es sich wie die ersten Fahrstunden in der Fahrschule an. Aber was danach passiert, wissen wir alle spätestens dann, wenn uns der Blitzer auf der Autobahn erwischt.

Und damit du nicht die selben Fehler machst, wie in den ersten Fahrstunden, hab ich für dich ein weiteres Gebot:

#8 Du sollst den Perfektionismus töten

In der ersten Fahrstunde wollen wir alles richtig machen.

Wir müssen sogar.

Schulterblick.

30 in der 30er Zone.

“21, 22, 23” an der Haltelinie beim Stoppschild (wartest du eine Sekunde weniger als vorgeschrieben, fällst du bei der Führerscheinprüfung durch, so wie ich beim ersten Mal).

Spätestens, wenn der Lappen in der Tasche ist, fängst du an, dich sicher im Auto zu fühlen und fährst, wie ein Mensch.

Deshalb ist eines der wichtigsten Dinge, die du gegen die Schreibblockade unternehmen kannst, den Perfektionismus zu töten.

Dein erster Entwurf soll nicht perfekt sein – er soll in erster Linie sein.

Wie du den Perfektionismus ablegst, erfährst du hier: 7 effektive Mittel gegen Perfektionismus.

Nachdem du diese Mindblockade überwunden hast, wirst du dich frei fühlen.

Um diese Freiheit (vor allem beim Schreiben) zu behalten, musst du Gebot 9 umsetzen:

#9 Du sollst schreiben bei geschlossener Tür

Wie sieht schreiben bei geschlossener Tür aus?

So:

Schreibblockade?

Um es kurz zu sagen:

Wenn du schreibst, sollst du nur schreiben. Lass den inneren Lektor draußen vor der Tür stehen. Korrigiere nicht. Überarbeite nicht.

Das alles tust du erst, wenn der Entwurf fertig ist.

Vorher bleibt alles dort, wo du es hingetippt hast.

Widerstehe der Versuchung.

Sonst korrigierst du stundenlang einen einzigen Satz und kommst nicht über diesen hinaus.

Aber jetzt, die wichtige Frage:

WIE fängst du an, wenn du die Tür erst einmal geschlossen hast?

Das erfährst du im zehnten Gebot:

#10 Du sollst nicht anfangen mit dem Intro

10 Jahre hat es gedauert.

Danach sagte Cal Fussman:

“This story needed an ending before it could find its first sentence. So please forgive me for deliveringit ten years overdue.”

Sein Kampf gegen die Schreibblockade dauert 10 Jahre (!) – nur weil er nicht wusste, wie er sein Buch anfangen sollte.

Daher bringt seine Entschuldigung es besser auf den Punkt, als ich es jemals sagen könnte:

Fang nicht mit dem Intro an, das ist der schwierigste Teil – starte mit dem Inhalt oder mit dem Ende.

Geh erst zurück zum Anfang, wenn alles andere sitzt (ich schreibe zum Beispiel gerade diesen Punkt, aber ein Intro hab ich noch nicht).

Und was tust du, wenn du weder den Anfang, das Ende noch den Mittelteil kennst?

Dann haben wir ein Problem.

Deshalb müssen wir uns zu der Wurzel der Schreibblockade durcharbeiten und die Ursache bekämpfen:

#11 Du sollst die Wurzel entfernen

Wenn wir nicht schreiben können, liegt es meistens daran, dass wir nicht wissen WAS wir schreiben sollen.

Wir haben eine Idee und könnten diese auch in einem guten Text verpacken.

Das WIE ist kein Problem. Das Problem der Schreibblockade ist meistens das WAS.

Stell es dir so vor:

Deine Idee ist das Brett. Das Wie ist dein Werkzeug. Das Was ist der fehlende Nagel. Alles zusammen ergibt einen Stuhl, einen Zaun oder ein Haus.

Wenn du aber keine Nägel hast, kommst du niemals dazu, dein Werkzeug zu benutzen um deine Idee umzusetzen.

Deshalb musst du die Ursache behandeln und die fehlenden Nägel zusammen suchen.

In anderen Worten:

Recherchiere.

Wie der großartige Gary Bencivenga sagte:

“I learned that research is the infallible cure for writer’s block.”

Wenn du diese Medizin zu dir nimmst, wirst du nie wieder eine Schreibblockade haben – ich kann es bestätigen.

Dein einzige Problem, das du hinterher haben wirst, ist deine Artikel nicht schnell genug schreiben zu können.

Aber dafür gibt es auch eine Lösung:

#12 Du sollst den Stau umgehen

Welchen Stau?

Ich verrate es dir:

Meistens fliegen unsere Gedanken wie Pistolenkugeln durch unseren Kopf und fließen schneller durch die Tastatur aufs digitale Blatt, als die Finger tippen können.

Die Folge?

Während du gerade einen Satz schreibst, stehen 3 weitere Gedanken schon Schlange und warten auf ihren Einsatz. Wenn du aber zu lange damit beschäftigt bist, den ersten Gedanken aufzuschreiben, machen sich die Gedanken 2 und 3 aus dem Staub.

Was passiert?

Wenn du nach dem ersten Gedanken den vierten aufschreibst, anstelle vom zweiten und dritten, entsteht ein totales Chaos im Text und du vergisst, was du eigentlich schreiben wolltest.

Danach überlegst du, welche Gedanken dir entfallen sind – in der Zeit stauen sich die anderen Gedanken, die darauf brennen, aufs Papier zu springen.

Das Endergebnis?

Eine Schreibblockade.

Deshalb empfehle ich dir, das 10-Finger-System zu lernen (ist kostenlos).

Aber egal, wie schnell oder langsam du schreibst, fühlt sich der Kopf an manchen Tagen einfach an, wie eine Wüste, die nichts als Staub und Sand zu bieten hat.

Doch auch an solchen Tag gibt es eine Karte, die dich zur Ideen-Oase führt.

Wo?

Im dreizehnten Gebot:

#13 Du sollst dir geben einen Schuss

Keinen echten Schuss – genug mit Kriegsmetaphern!

Drogen meine ich auch nicht.

Zumindest nicht die Offiziellen:

Wenn nichts mehr geht, hilft nur noch die Substanz in der Nase, die dich in die nächste Dimension katapultiert und dich mit Ideen überschüttet.

Meine Droge ist der Kaffee.

Wenn die Tasse vor mir steht, der Duft von frisch gebrühten (muss frisch) Kaffee in die Nase kriecht, fühle ich mich wie Hemingway, der seinen Whiskey schlürft und am Manuskript von “Der alte Mann und das Meer” schreibt.

Könnte aber auch an der Konditionierung liegen:

Finde etwas, dass dich beim Schreiben begleitet (wie bei mir der Kaffee (klischeehaft, ich weiß)), so konditionierst du auf lange Sicht dein Unterbewusstsein und wenn du in eine Flaute gerätst, greifst du auf deinen Begleiter zurück, der in solchen Momenten, wie Wind in den Segeln ist.

Wenn du diese Gebote befolgst, bist du gut gerüstet gegen jede Schreibblockade, die es jemals gegeben hat.

Aber in den letzten tausend Jahren hat sich die Fraktion der Schreibblockaden dennoch einige Tricks überlegt, wie sie selbst einen John Creasey zu Fall bringen kann.

Damit du dich auch gegen diese Sticheleien behaupten kannst, gebe ich dir noch einige Profi Tipps:

#14 Du sollst nicht warten

Warte nicht auf die Inspiration.

Warte nicht auf die Muse.

Beide sind eine der größten Schreiber-Mythen, die es wohl je gegeben hat.

Ideen kommen nicht vom warten.

Sie werden aus einer Handlung heraus geboren.

Sieh es so:

Wenn du dich vor ein Problem stellst und nichts weiter tust, als einfach dazustehen, passiert nichts.

Wenn du das Problem anpackst, merkst du, dass es der falsche Griff, dass es der falsche Zeitpunkt war oder dass du den falschen Ansatz hattest.

In jedem Fall gebärst du eine Lösung (oder eine Idee) aus deiner Handlung heraus.

Desselbe gilt beim Schreiben:

Die Inspiration kommt immer nur dann, wenn du schreibst oder, wenn das zweite Gebot befolgst.

Und was für den bescheuerten Muse-Mythos gilt, gilt auch für das Schreiben an sich:

#15 Du sollst nicht die Verwandschaft abklappern

Mark Twain sagte:

“Use the right word, not its second cousin.”

Kurz:

Schreibe immer das erste Wort, das dir einfällt.

Es ist nicht nur meistens das beste Wort, das deine Gedanken klar wiedergibt, sondern auch die einfachste Art zu schreiben.

Wenn du beim Schreiben plötzlich eine Pause einlegst und nach einem “besseren” Wort suchst, stellst du dir selbst einen Hinterhalt, der dich in die Schreibblockade locken wird.

Denn wenn du nach einem anderen Wort suchst, kommst du aus dem Schreibfluss heraus. Und wir alle wissen, wie schwierig es ist, in diesen Fluss wieder hinein zu springen.

Epilog

Das sind meine persönlichen 15 Gebote gegen die Schreibblockade.

Folge diesen 15 Geboten und verbanne deine Schreibblockade für immer in die Hölle!

Bevor wir uns aber verabschieden, hab ich noch eine Frage:

Fehlen hier einige Gebote?

Ab in die Kommentare damit.

 

Bis dahin:

Schreibe unsterbliche Kommentare,

dein Alex

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Maria

    Super Artikel! Gefällt mir 😎

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